Denn dieses neue Kunstobjekt wurde von Professorin Annette Leyener initiiert und gemeinsam mit Professor Dr. Guido Bolle, Dr. Silvia Städtke, Dr. Jörg-Hinrich Rabe, Studierenden der Innenarchitektur und des Bauingenieurwesens sowie Mitarbeitenden der Hochschulzentralwerkstatt als Projekt umgesetzt.
„Den künstlerischen Entwurf habe ich entwickelt, die Betonage ist nun ein Geschenk an die Hochschule. Es war mir immer ein Anliegen, dass Studieren Spaß macht, den Dingen mit verschiedenen Mitteln auf den Grund zu gehen. Lernen, Erstaunen und Fasziniert sein, fand ich immer wichtig. Dieser künstlerische Beitrag für den Campus soll motivieren, über das Lernen nachzudenken“, kommentiert Leyener das Projekt.
Dass Professorin Leyener, die an der Fakultät Gestaltung gelehrt hatte, noch vor ihrem Ruhestand im Jahr 2023 auf der Suche nach Unterstützung für das Projekt war, davon berichtete Professor Bolle während seiner Einweihungsansprache. Er las nicht nur aus ihrem Brief vor, sondern ging auch auf die Symbolik ein und zog Parallelen zwischen Nahrungsaufnahme und Erwerb von Wissen, an dem er sich gar nicht satt sehen könne. Einen weiteren Vergleich stellte er in Bezug auf das gemeinsame Rollenspiel an der Hochschule an mit Professorinnen und Professoren als Köchinnen und Köche. Diese würden geistige Nahrung in ansprechender Form und in der Regel als leicht verdauliche Kost mit nur wenig harten Nüssen bereitstellen, die die Studierenden zu sich nehmen können. Und er lies es sich nicht nehmen darauf zu verweisen, dass man ungesunde Sachen vermeiden solle und das Essen zu etwas Schönem machen, dadurch dass man es gemeinsam tut.
Ein kurzer Blick zurück: Ausgangsobjekt war ein Löffel, den Professorin Leyener für eine Ausstellung im Schlosspark Kaarz geschaffen hatte. Er war Vorlage für ihre ehemalige Idee von einer Version in Beton. Dafür wurde er zunächst – im Herbst 2022 – gescannt und mit Hilfe der Daten ein 3D-Modell generiert, das die Schaffung einer Negativform ermöglichte. Hierbei kam das Fused Deposition Modeling (FDM)-Druckverfahren zum Einsatz. Später wurde auf dem Wismarer Campus im Labor für Tragwerksprüfung mit verschiedenen Betonmischungen und deren Eigenschaften experimentiert. Im Sommer 2024 begann die Umsetzung und erstmals wurden die Ausmaße des Kunstwerkes greif- und sichtbar.
Nun lädt der 8,33 lange Löffel zum Nachdenken ein und vielleicht zu der einen oder anderen Fragestellung, wie "Wie entsteht Wissen? Oder im besten Fall Weisheit?". "Was bewirkt Wissen?" oder “Was bewirkt die fälschliche Vorgabe wissend zu sein?”




