Frank Hartmann - unser Mann im Turm - geht in den Ruhestand.

Frank Hartmann bei Arbeiten an einem Kreiselkompass.

Eigentlich wollte er Zoologie studieren und mit lebenden Tieren arbeiten, so erzählt Frank Hartmann. Leider platzte dieser Traum ziemlich abrupt. Die Nachrichtentechnik interessierte ihn jetzt und rückte in seinen Fokus. In seiner Erweiterten Oberschule (EOS) arbeitete er in einem Schülerprojekt mit, das sich mit der allgemeinen Elektronik beschäftigte und sehr gut angeleitet wurde. Hier lernte er u. a. fachmännisches Löten sowie die Funktionsweise elektronischer Baugruppen und -teile kennen.

Auf Grund der positiven Erfahrungen in diesem Schülerprojekt entwickelte sich bei ihm der Wunsch nach einem zukünftigen beruflichen Tätigkeitsfeld in der Nachrichtentechnik.
1978 - nach seinem Wehrdienst - begann Herr Hartmann sein Studium der Schiffselektrotechnik/Nachrichtendienst (Funker) an der Ingenieurhochschule für Seefahrt Warnemünde/Wustrow (IHS), welches er 1983 erfolgreich mit dem akademischen Grad Diplom-Ingenieur abschloss. Direkt danach wurde Herr Hartmann wissenschaftlicher Mitarbeiter an der IHS in der Sektion Schiffsführung und arbeitete im Haus 8. Er betreute und beschäftigte sich dort mit verschiedenen Projekten in der Funktechnik.
Ende der achtziger Jahre kam es zu einer engen Zusammenarbeit des Institutes Schiffselektrotechnik/Nachrichtendienst (SEND) der IHS mit dem Institut Informationstechnik der Universität Rostock. 1992 wechselte Herr Hartmann als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Universität Rostock.

Anfang 1999 wurde Herr Hartmann Forschungsingenieur am Schiffahrtsinstitut Warnemünde (SIW). Er arbeitete dort an Projekten zur Risikoabminderung in der kommerziellen Seeschifffahrt, insbesondere an Assistenzsystemen in der Navigation. Es bestanden dabei enge Kontakte zum damaligen Fachbereich Seefahrt, insbesondere im Zusammenhang mit den nautischen Laboren im Turmaufsatz auf Haus 2 (u. a. Radarlabor, Labor Ortungstechnik und dem Labor Kompasstechnik).
1998 wurde das Maritime Simulationszentrum in Warnemünde (MSCW) in Betrieb genommen. Da immer mehr Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich Seefahrt Aufgaben im MSCW übernahmen, entstand ein Personalbedarf für die Ausbildung der Studierenden in den nautischen Turmlaboren sowie der Betreuung der dort vorhandenen Technik. Herr Hartmann wurde gebeten, diese Aufgaben zu übernehmen, was er gern tat.

2003 übernahm er sein neues Aufgabengebiet, zunächst mit einer 0,5 Stelle. Ab 2005 wurde daraus eine 1,0 Stelle als Laboringenieur und er wechselte vom SIW an den Fachbereich Seefahrt der Hochschule Wismar. Seine Vorgesetzten blieben auch nach dem Wechsel die gleichen Personen. Seit dieser Zeit war Herr Hartmann für die Laborausbildung sowie für die technische Verfügbarkeit der Geräte und Anlagen in den nautischen Turmlaboren zuständig. Gleichzeit war er als Co-Instruktor im Ship-Handling-Simulator (SHS) des MSCW tätig und hat dabei Generationen von Studierenden mit ausgebildet.

Eine Herausforderung für Herrn Hartmann war die Erhaltung und Modernisierung der baulichen Substanz bis zur Grundsanierung des Turmgebäudes Haus 2 (Fertigstellung 2017). Auch daher war die Begleitung der Grundsanierung der nautischen Turmlabore für Herrn Hartmann eine Herzensangelegenheit, in die er sein umfangreiches Wissen einbringen konnte. Besonders bei der Planung und Gestaltung der nautischen Labore im Turmaufsatz waren seine Erfahrungen „Gold“ wert. Er kennt daher sozusagen auch jede Schraube und jedes Kabel in „seinen“ grundsanierten Laboren.

Zurückblickend, so sagt Herr Hartmann, war sein Aufgabengebiet so vielfältig, dass seine berufliche Tätigkeit für ihn immer interessant, innovativ und abwechslungsreich war. Vermissen wird er u. a. den einmaligen Rundumblick vom Peildeck auf Warnemünde.
Jetzt freut er sich aber auf seinen wohlverdienten Ruhestand und auf seine zukünftigen neuen Hobbies.


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